Berlin 2009
2. Auflage 2012
Nr. 10 Broschüre
18 Seiten
Vortrag vom 2. Mai 2009, Wien, im Rahmen der Tagung: «Grundlagen zur Entwicklung eines
zeitgemäßen Geisteslebens angesichts der internationalen Finanzkrise».
ISBN 978-3-942754-10-1
5,00

Thomas Brunner

Die Banken als Organe des Geisteslebens

Wenn man anschaut, was das Bankenwesen heute ist, dann kann man den Vergleich mit dem Mittelalter ziehen, da hieß es: «Der Papst ist der Einzige, der den Zugang zu Gott hat. Wollt ihr eure Schulden erlassen haben, schon bevor ihr vors Jüngste Gericht kommt, so müsst ihr euren Ablass zahlen.» Das führte ja zu Luthers Thesen, der sagte: «Nein, der Papst kann nicht den Geist für sich pachten und für sich verwalten.» Genau das Problem haben wir heute mit der Bank! Sie ist die neue Kirche, sie verwaltet nämlich das gesellschaftliche Kapital und verhindert, dass es freies Fähigkeitenkapital werden kann. Weil das hieße: die Bank hat nicht Interesse am Gewinn, den sie nur erzeugt durch Anonymität, sondern sie hat Begegnung zu ermöglichen, als Dienstleistung. Bank zeitgemäß gedacht, ist eigentlich das aktive Zusammenarbeiten, das Hier-konkrete-Begegnung-schaffen, um über die jeweiligen Initiativen ins Gespräch zu kommen und um – im Rahmen des Möglichen – über die Realisierung zu sprechen.

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