Berlin 2009
2. Auflage 2010
Nr. 8 Broschüre
45 Seiten
Öffentlicher Vortrag, 26. Mai 2007 im Amerlinghaus, Wien, im Rahmen der Tagung:
«Die Aufgaben der Zivilgesellschaft im Zeitalter der wirtschaftlichen Globalisierung».
ISBN 978-3-942754-08-8
5,00

Thomas Brunner

Zur Aktualität des Bildungsideals Wilhelm von Humboldts

Als ein Vorbote der erwachenden Zivilgesellschaft erkannte Humboldt wie nur wenig andere, dass eine wirkliche Kultur nur aus einem achtungsvollen, unmittelbaren, menschlichen Zusammenwirken hervorgehen kann, wo die Menschen sich gegenseitig den notwendigen Besinnungs- und Entwicklungsraum zugestehen, zur Entfaltung ihrer ganzen Individualität.

Doch diese Zivilgesellschaft kann nur zu ihrer ganzen Aufgabe erwachen, wenn der anachronistische Begriff der nationalen Staatsgemeinschaft wirklich durch den Menschheitsbegriff der Individualität abgelöst wird. Deshalb betonte Humboldt, dass in einer menschenwürdigen Rechtsordnung nicht alles soziale Leben restlos vom Staat beherrscht werden darf. Er erkennt, dass wir dafür Sorge tragen müssen, dass der Staat sich ausschließlich darauf beschränkt, die Bedingungen herzustellen, in denen sich jedes Individuum in seiner Weise mit den Verhältnissen assoziieren und verbinden kann. Also, das Individuum darf nicht in seinen Handlungen bestimmt, sondern es muss vor fremdbestimmten Einflüssen geschützt werden. Wie sich zwei verbinden, das soll in keiner Weise staatlich gelenkt werden.

«Öffentliche Erziehung scheint mir ganz außerhalb der Schranken zu liegen, in welchen der Staat seine Wirksamkeit entfalten muss.»   Wilhelm von Humboldt

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